Lean Excellence als First-Tier Supplier (Teil 1/8):

Lean Excellence als First-Tier Supplier (Teil 1/8):

Die bisherigen Entwicklungstendenzen innerhalb der Zuliefererbranche in vielen Industrien sind von einer verstärkten Modularisierungsstrategie seitens der Original Equipment Manufacturer (OEM) geprägt. Dieser Strategie folgend, kommt es zu einer Verringerung der Fertigungstiefe durch Outsourcing, einer Senkung der Anzahl der direkten Zulieferer (First-Tier Supplier) und einer räumlich nahen Ansiedlung von Zulieferern in Verbindung mit Just-in-Time- oder sogar Just-in-Sequence-Anlieferung (JIT/ JIS). Konkret wird in zunehmendem Umfang die Lieferung komplexer Module oder Systeme auf den First-Tier Supplier übertragen, der die Leistungserstellung beispielsweise in unmittelbarer Nähe des Endmontagebandes des OEMs erbringt. Neben der eigentlichen Produktionsleistung werden verstärkt weitere Funktionen, beispielsweise die Verantwortung für sämtliche logistische Prozesse, der Einkauf sowie gegebenenfalls die Entwicklung auf den First-Tier Supplier übertragen. So wird bei der Auswahl eines First-Tier Suppliers neben dessen optimaler Aufstellung in der Produktion bezüglich geringer Durchlaufzeiten, schneller Bearbeitung von Kundenanfragen und nachhaltiger Senkung des Anteils fehlerhafter Produkte eine hervorragende logistische Aufstellung als Garant für die Versorgungssicherheit der Produktion des OEMs gesehen. Für den First-Tier Supplier ergeben sich aus dieser Konstellation besondere Herausforderungen. So muss er gegebenenfalls mit der internen Kostenstruktur des OEMs konkurrieren, der im Zuge einer Make-or-Buy-Entscheidung je nach Lieferprodukt auch ein teilweises oder vollständiges Insourcing favorisieren kann. Im speziellen Fall eines „On-site“-Szenarios muss der First-Tier Supplier die besondere Transparenz seiner internen Geschäftsprozesse berücksichtigen. Zusätzlich ergeben sich durch die komplette Einbindung in die Lean Production-Prozesse des OEMs wenig Spielräume. Der First-Tier Supplier muss im On- und Off-Site-Szenario die vollständige Integration in die Logistikprozesse des OEMs sicherstellen und dabei höchste Effi zienz erreichen können. Dabei stellt sich die Frage der optimalen Vorgehensweise. Lean Excellence kann als die Fähigkeit, Lean-Konzepte wirksam und nachhaltig umzusetzen, defi niert werden. Dies fordert von den Beteiligten ein tiefgreifendes und umfassendes Verständnis von Lean-Initiativen. Lean Excellence kann nur dann erreicht werden, wenn die oben genannte Integration bezüglich Buchhaltung, Controlling, Logistik und Produktion und deren Querschnittsfunktionen „lean“ gelöst werden kann. In der Regel ist dies nur gegeben, wenn ein Lean-Ansatz gesamtheitlich umgesetzt und das Geschäftsmodell konsequent am Kernprozess ausgerichtet wurde.

Folgende Aspekte sind im Zusammenhang mit Lean Excellence hervorzuheben:

• Prozessstabilität als Voraussetzung
• Fokussierung auf Kernprozesse
• Lean Collaboration – Partnerschaftliche Gestaltung der Supply Chain
• Konsequente Ausrichtung der Unternehmenskultur auf den Kunden und Kundenbedarf
• Pfl ege einer durchgängigen und stetigen Verbesserungskultur
• Randbedingung: Versorgungssicherheit des OEM
• Just-in-Time/Just-in-Sequence-Versorgung

 

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