Lean Excellence als First-Tier Supplier (Teil 5/8): Konsequente Ausrichtung der Unternehmenskultur auf den Kunden und Kundenbedarf

Lean Excellence als First-Tier Supplier (Teil 5/8): Konsequente Ausrichtung der Unternehmenskultur auf den Kunden und Kundenbedarf

Häufi g entsteht durch Ausrichtung des Geschäftsmodells auf wenige oder einen einzelnen OEM eine starke wirtschaftliche Abhängigkeit von diesem. Außerdem sind die Prozesse eines First-Tier Suppliers oft durch ein Just-in-Time/Just-in-Sequence-Szenario eng mit denen des OEMs verbunden und müssen daher im gesteigerten Maße dessen Anforderungen genügen. Befindet sich der First-Tier Supplier sogar on-site beim OEM, muss er zudem die hohe Transparenz seiner Prozesse berücksichtigen. Auch kleinere Unzulänglichkeiten werden dann vom Kunden schnell registriert. Umso wichtiger für First-Tier Supplier ist es, das Geschäftsmodell konsequent am Kunden und Kundenbedarf auszurichten. Die Ursachen für mangelnde Kundenorientierung liegen häufig in der Unternehmenskultur, der Führungsstruktur („Empowerment“) und in wenig effektiven oder intransparenten Prozessen des Unternehmens begründet. Es reicht nicht, eine gute Kundenbeziehung nur auf Top-Management-Ebene zu pflegen, sondern die Unternehmenskultur der Kundenpfl ege muss auf allen Arbeitsebenen verankert und im Unternehmen „gelebt“ werden.
Durch persönlichen Kontakt auf mehreren Personalebenen kann sich der First-Tier Supplier mit Bedürfnissen, Erwartungen und Wünschen des OEMs vertraut machen. In der Folge fördert dies eine partnerschaftliche und kooperative Umgangsweise, die in der
Praxis häufi g zur informellen, schnellen Lösung eventuell vorhandener Schwierigkeiten führt. Im konkreten Fall erbrachte eine Erhebung des Arbeitsaufwandes bei einem First-Tier Supplier, dass dieser überproportional viel Zeit für selbst auferlegte Administration, Verwaltung und Supportprozesse verwendete, dem aktiven Management seines Kunden aber relativ wenig Zeit widmete. In solchen Situationen ist zu beobachten, dass der OEM schneller zu einem Eskalationsmechanismus greift, wenn Probleme auftreten. Maßnahmen zur Verbesserung der „Kundenkultur“ gehen meist mit Maßnahmen zur Verbesserung der Unternehmenskultur einher. Sie schaffen die Voraussetzung für übergeordnete „leane” Problemlösungen und fördern langfristig das Geschäftsmodell mit dem OEM.

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