Einführung

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Die GEXSO-Initiative

GEXSO (Global Excellence in Supply Chain Operations) ist eine Kooperation der Technischen Universität Darmstadt, der Zeitschrift LOGISTIK HEUTE und der Management und Technologieberatung BearingPoint, die den derzeitigen Stand und mittelfristige Entwicklungsperspektiven der Internationalisierung im Maschinen- und Anlagenbau sowie bei Industriekomponentenherstellern und Automobilzulieferern
im deutschsprachigen Raum untersucht.

Die Gestaltung des Internationalisierungsprozesses europäischer Industrieunternehmen ist seit geraumer Zeit von entscheidender Bedeutung für die Wettbewerbsposition auf den Weltmärkten. Die Notwendigkeit, Kostenvorteile und Wachstumspotenziale zu erschließen sowie Kundennähe zur globalen Kundschaft zu bekommen, war in der Vergangenheit die treibende Kraft für die Globalisierung. Globale Präsenz, Konzepte und Prozesse sind somit zu einem Pflichtthema auf der Management-Agenda der heimischen Industrie geworden.

GEXSO untersucht die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Internationalisierung, bewährte Praktiken im Rahmen der Globalisierung und postuliert daraus notwendige Kompetenzen. Dabei wird nicht der Globalisierungsgrund oder die zugrunde liegende ökonomische Analyse für die Expansion untersucht, sondern auf die Umsetzungsfähigkeit einer globalen Strategie und vorhandene Globalisierungskompetenzen und -defizite fokussiert.

Den GEXSO-Ansatz zeichnen insbesondere drei Aspekte aus:

Industriefokus!

Nach unseren Erkenntnissen internationalisieren sich Handels-, Chemie-, Service- und Maschinenbau- unternehmen sehr unterschiedlich. Die von GEXSO untersuchten Industrieunternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus, der Industriekomponentenhersteller und Automobilzulieferer unterscheiden sich insbesondere durch die Tatsache, dass sie global produzieren, eine hohe Variantenvielfalt besitzen, technologisch anspruchsvolle Produkte verkaufen, oft auch Halbfabrikate herstellen und ein Ersatzteil- und Servicegeschäft unterhalten. Diese Eigenschaften führen zu einem eigenen Globalisierungsansatz.

Geografischer Fokus!

GEXSO konzentriert sich auf Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. In diesen Ländern existiert eine besondere Verflechtung und Konzentration von Unternehmen der untersuchten Industrien. Ferner haben diese Länder nachhaltig erfolgreiche Unternehmen hervorgebracht, die in vielen Fällen als Technologieführer bezeichnet werden und einen beispiellosen Internationalisierungsprozess durchlaufen haben. Die Fokussierung auf die Länder, die diese Industrien maßgeblich geprägt haben, verleiht der GEXSO-Studie Authentizität und Benchmark-Charakter und ermöglicht valide Aussagen.

Serie zur Globalisierung!

Die GEXSO-Initiative stellt ein Serienformat zu Themen der Globalisierung von Industrieunternehmen dar. Dabei wird der Fortschritt des Internationalisierungsprozesses anhand von Kennzahlen zu beispielsweise Produktionswerken, Einkaufsvolumen und Kunden über viele Jahre hinweg immer wieder beschrieben. Darüber hinaus werden aber auch aktuell relevante Themenbereiche in einzelnen Studiendurchläufen gesondert behandelt – so zum Beispiel der Reifegrad von Unternehmensprozessen als Voraussetzung für erfolgreiche Globalisierung, oder aber auch der Einfluss des Technologiewandels auf industrielle Supply Chains. So ermöglicht GEXSO einerseits eine Zeitreihenbetrachtung über viele Jahre und verschiedene Studiendurchläufe hinweg, andererseits aber auch eine Fokussierung von aktuellen Themen.

Technologiewandel

In den letzten Jahren gab es in vielen Industrien vermehrt radikale Technologiesprünge, die oft in kurzen Zeiträumen eine Abkehr von bekannten Technologien bedeuten und eine vollkommen neue Technologiebasis etablieren.

Die Elektrifizierung des Autos, karbon-basierte Bauteile und andere Leichtbauwerkstoffe, elektrische Antriebe, Assistenzsysteme, das Internet der Dinge und Cloud-Lösungen – all dies sind Beispiele für Technologieumbrüche, die die Art und Weise, wie Kunden Produkte nutzen, radikal verändert haben. Technologischer Wandel und Technologiesprünge verändern aber auch etablierte Lieferketten, involvieren andere, neue Lieferanten und führen zu einer Transformation der Produktionsinfrastruktur. In der aktuellen GEXSO-Studie wird daher nach dem Ausmaß des Technologiewandels gefragt, wie dieser gestaltet wird und welchen Einfluss er auf etablierte Supply Chains hat.Motiviert durch unsere Erfahrungen in der Begleitung der Internationalisierung von Supply Chains unserer Kunden und der Gestaltung des Technologiewandels in diesen Unternehmen haben wir zwei Thesen aufgestellt und mittels der vorliegenden GEXSO-Studie geprüft:

These 1: Der Internationalisierungsprozess setzt sich ungebremst fort und globalisiert Produktion und Einkauf mit fortwährender Dynamik.

GEXSO geht davon aus, dass sich die Kundenbasis schwerpunktmäßig aus dem Heimatmarkt in neue Märkte verschiebt. Die neue Kundschaft ist der Motor für die Verlagerung von Supply Chain-Ressourcen. Durch die hohen Wachstumsraten der Emerging Markets wachsen die Kapazitätsbedarfe und die Signifikanz neuer Supply Chain-Knoten im Vergleich zu bereits gesättigten Märkten überproportional. Die Bedeutung der globalen Regionen für den Maschinen- und Anlagenbau und die Automobil- und Industriezulieferindustrie nimmt zu.

These 2: Der industrielle Technologiewandel ist ein Katalysator für die Globalisierung und begünstigt diese.

GEXSO geht davon aus, dass der technologische Wandel auch zu einem Überdenken der bisherigen Supply Chain-Strukturen führt. Beispielsweise kann eine stärkere Gewichtung elektronischer Komponenten im Produkt zu einem stärkeren Einkaufsvolumen in den Herstellerländern Ostasiens und möglicherweise der Verlagerung einer Einkaufsfunktion dorthin führen. Eine andere Werkstoffbasis führt eventuell zu einer angepassten Bewertung von Standortfaktoren für die Produktion und zu einer Verlagerung von Produktionskapazitäten. Oder ein höherer Softwareanteil führt zu einem neuen Entwicklungszentrum an einem für Entwickler attraktiven Standort. In den verschiedensten Einzelfällen haben wir solche Tendenzen beobachtet, so dass die These aufgestellt wird, dass Technologiewandel die weitere Internationalisierung von Industrieunternehmen begünstigt und beschleunigt.


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Die Studienergebnisse zeigen, dass Unternehmen, die einen besonders starken Technologiewandel erleben, auch in besonderem Maß ihre Supply Chain transformieren. Demnach wirkt Technologiewandel als Katalysator für Globalisierung.

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