Globalisierung – Aktuell

Grundsätzlich bestätigen die Studienergebnisse den nach wie vor sehr lebhaften Internationalisierungsprozess in den untersuchten Industriezweigen.

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Produktionsstandorte

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Im Schnitt betreiben Maschinen- und Anlagenbau mit 45 Prozent und Automobilzulieferer mit 66 Prozent ihrer Werke außerhalb von West- und Zentraleuropa bereits heute eine enorm verteilte Produktion – mit steigender Tendenz. Ersichtlich wird hier die aufgrund des hohen Internationalisierungsgrads von Kunden und Industrie erzeugte Abhängigkeit.
In diesen Märkten wird sich das Bild mittelfristig ändern: Die befragten Unternehmen planen ihre neuen Werke schwerpunktmäßig in Ostasien und Südamerika. Südasien wächst zwar tendenziell, aber nur halb so stark wie Südamerika, während Osteuropa, einschließlich Russland, stagniert.

Verteilung der Produktionsstandorte

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Von den betrachteten Unternehmen betreiben laut Studie 12 Unternehmen aktuell mindestens ein Werk in Südamerika und 24 in Ostasien (inkl. Südostasien). In den nächsten Jahren wird diese Zahl auf 18 für Südamerika und 29 für Ostasien (also um 50 Prozent bzw. 20 Prozent) ansteigen. Trotz der insgesamt gleich bleibenden Werksanzahl in Osteuropa werden sich dort weniger Unternehmen engagieren: Von den 22 Unternehmen, die heute dort mindestens ein Werk betreiben, verbleiben nur noch 20.

Investitionen in neue Werke

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Insgesamt planen die befragten Unternehmen 55 Werkseröffnungen und 13 Werkschließungen: Die Werksanzahl wird sich folglich in den nächsten fünf Jahren um 42 erhöhen. Fast die Hälfte dieses Nettozuwachses fällt auf Ostasien, wo zusätzlich 20 neue Produktionsstätten entstehen sollen.
Die hohen Wachstumsraten für Ostasien bestätigen, dass diese Region als Produktionsstandort für einen Kernbereich der hiesigen Industrie mittlerweile unabdingbar ist. Dabei zeigen sich durchaus Branchenunterschiede: Mit 15 neuen Werken fällt der Großteil dieser Werkseröffnungen auf die Automobilzulieferindustrie, während der Maschinenbau lediglich fünf neue Werke plant.

Der nächsthöhere Kapazitätsausbau ist in Südamerika geplant, wo zusätzlich elf neue Werke entstehen sollen und wiederum die Automobilzulieferer mit neun Werken den größeren Zuwachs verzeichnen. In Südasien sollen netto fünf neue Werke entstehen – die Expansion ist hier geringer, jedoch deutlich positiv. Interessant ist die Verteilung der Werksschließungen: Während sich Werkseröffnungen und -schließungen in Nordamerika sowie West- und Zentraleuropa die Waage halten – acht Eröffnungen bei acht Schließungen – gilt dies ebenso für Osteuropa einschließlich Russland.
Mittelfristig verzeichnen die Schwellenländer der osteuropäischen Region im Maschinen- und Anlagenbau und bei der Automobilzulieferindustrie bezüglich Neuinvestition in Produktionswerke eine ähnliche Sättigung wie die höher entwickelten Märkte Westeuropas und Nordamerikas. Nach Einschätzung der Studienteilnehmer hat Osteuropa, inklusive Russland, vergleichsweise schlechte Aussichten, seine Bedeutung als Industrieproduktionsstandort auszubauen.

Gleichwohl schreitet die Internationalisierung der Produktion durch neue Produktionsstätten schnell voran: Die insgesamt geplanten 55 Werksneueröffnungen bei einer Basis von derzeit 385 Werken führen zu einem Kapazitätszuwachs (gemessen in Werken) von brutto 14 Prozent und nach Abzug der Werksschließungen immer noch knapp 11 Prozent.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Verlierer dieser Entwicklung erwartungsgemäß die klassischen Industrieländer in Nordamerika, West- und Zentraleuropa sind. Überraschenderweise wird aber auch Osteuropa, inklusive Russland, von den zusätzlich geschaffenen Kapazitäten nicht profitieren. Die Gewinner sind nach den Investitionsplänen der befragten Unternehmen in erster Linie Ostasien, insbesondere China, und Südamerika. Südasien, hauptsächlich Indien, profitiert ebenfalls von den geplanten Investitionen, jedoch weniger stark. Auf diese Regionen konzentriert sich die Erwartungshaltung der Studienteilnehmer.

Verschiebung bei der Beschaffung

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Im Sourcing-Bereich differenziert sich das Bild im Vergleich zu geplanten Werksinvestitionen: Zunächst bestätigt sich West- und Zentraleuropa aktuell als dominante Region hinsichtlich Lieferantenverteilung. Im Schnitt kommen etwa 56 Prozent aller Zulieferer aus dieser Region, auf Platz zwei liegt bereits Ostasien mit etwa 15 Prozent, gefolgt von Osteuropa mit knapp 13 Prozent und Nordamerika mit ca. 11 Prozent. Interessanterweise sind laut eigenen Angaben bei 15 der befragten Unternehmen bereits mehr als 50 Prozent der Lieferanten außerhalb West- und Zentraleuropas angesiedelt. Analog zur eher konservativen Haltung bei den Produktionswerken tendiert der Maschinen- und Anlagenbau auch hier eher zu Lieferanten aus West- und Zentraleuropa beim Bezug von Zulieferteilen: 63 Prozent der Lieferanten kommen aus dieser Region.

Die Entwicklungserwartung bei der Beschaffung zeigt ebenfalls ein eher verhaltenes Wachstum für die klassischen Märkte Nordamerika, Zentral- und Westeuropa sowie für Osteuropa, während Ostasien mit 15 Prozent über fünf Jahre deutliches Wachstum verzeichnet. Überraschenderweise wird von Südasien, z. B. Indien, im Beschaffungsmarkt ein weitaus höheres Potenzial im Vergleich zur Investition in eigene Werke erwartet. Auf immerhin gute 17 Prozent wird das Beschaffungswachstum mittelfristig eingeschätzt, allerdings bei einer aktuell sehr kleinen Beschaffungsbasis: Derzeit stammen nur ungefähr 1 Prozent der Lieferanten der Studienteilnehmer aus dieser Region.


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