Vorgehen und Methodik der GEXSO-Studie

Die zweistufige, hypothesengeleitete GEXSO-Studie hat die Intention, Entscheidern mit globalem und internationalem Fokus praxisrelevante Entscheidungsempfehlungen an die Hand zu geben. Die beiden Stufen umfassen Experteninterviews zur Identifikation relevanter Einflussfaktoren und Hypothesen hinsichtlich ihrer Korrelation. Anschließend wurden Einflussfaktoren und Wirkzusammenhänge mittels einer quantitativen und fragebogenunterstützten Primärdatenstudie bei Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus sowie der Automobil- und Industriezulieferindustrie untersucht. Die Studienumfrage erfolgte im Zeitraum von September 2011 bis Juni 2012.

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Experteninterviews

Insgesamt wurden Experten aus 45 Unternehmen zu Themenschwerpunkten der GEXSO-Studie befragt. 43 der 45 Interviews flossen in die Studienauswertung ein. Alle Studienteilnehmer verfügen über langjährige Erfahrung in Supply Chain-Positionen, z. B. Supply Chain Manager, Einkaufsleiter, Logistikleiter etc. in der jeweiligen Branche. Sofern die Expertenposition nicht bereits eine internationale Ausrichtung impliziert, wurden internationale Fragestellungen des Supply Chain Managements im Rahmen von Projekten bearbeitet. Um den Erkenntnisgewinn zu maximieren und die Experteneinschätzung nicht zu beeinflussen, arbeitete der explorative Ansatz (gestützt durch einen Interviewleitfaden) mit offenen Fragen an die Experten. Die dokumentierten Ergebnisse der Interviews wurden den Studienteilnehmern anschließend zur Überprüfung und Freigabe vorgelegt. Danach wurden die Antworten codiert und mittels Clusteranalyse zusammengefasst.

Fragebogengestützte Studie

Zur besseren Beurteilung der von GEXSO vermuteten Zusammenhänge wurde der Fragebogen Experten unterschiedlicher Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau sowie der Automobil- und Zulieferindustrie vorgelegt. Zur Ermittlung geeigneter fachkundiger Adressaten wurden die Ansprechpartner einzeln telefonisch oder online recherchiert. Als Informationsquelle dienten eigene Kundendaten, Verbandsmitgliedslisten, Profilseiten im Internet sowie Beiträge und Veröffentlichungen zum Thema Supply Chain Management. Der Fragebogen wurde über verschiedene Kommunikationskanäle (online, elektronisch als Datei oder per Post) verteilt. Optional wurde den Adressaten ein strukturiertes, mit den anderen Optionen inhaltsgleiches Telefoninterview bzw. persönliches Interview angeboten: Etwa 80 Prozent der Experten wurde telefonisch bzw. persönlich interviewt. Mit einer Rücklaufquote von 12 Prozent standen für die Auswertung 45 vollständig bearbeitete Fragebögen zur Verfügung. Zwei Unternehmen wurden aufgrund ihres Geschäftsmodells bei der Auswertung nicht berücksichtigt. Neben zuvor bestimmten Einflussfaktoren wurden Unternehmenseigenschaften, Kennzahlen sowie Erfolgsstrategien abgefragt. Insgesamt wurden 110 Indikatoren mit fast 55.000 Datenpunkten erhoben.

Methodik der Untersuchung

Neben der qualitativen Clusteranalyse der Experteninterviews wurden die Ergebnisse der fragebogengestützten Studie mittels quantitativer, statistischer Methoden ausgewertet. Für die Messmodelle wurden ausschließlich reflexive Indikatoren verwendet, die mittels Faktorenanalyse zu Einflussfaktoren zusammengefasst werden konnten, wobei ausschließlich Indikatoren mit sehr hohen Faktorladungswerten (größer 0,6) in die Variablen eingingen. Ein sehr großer Teil der Indikatoren weist sogar Faktorladungswerte größer 0,8 auf. Somit konnten alle zuvor in den Experteninterviews ermittelten Einflussfaktoren mit hoher Güte gemessen werden. Zur Skalierung der verwendeten Indikatoren wurde in der Regel eine 6-stufige Likert-Skala verwendet: Neutrale Werte zwischen ‚Trifft nicht zu’ (=1) und ‚Trifft voll zu’ (=6) wurden durch die gerade Anzahl an Optionen ausgeschlossen. Aus den Experteninterviews abgeleitete Wirkungszusammenhänge konnten zwar nicht in einem ganzheitlichen Kausalmodell getestet werden, wurden aber mittels Korrelationsanalyse untersucht. Für die Untersuchung moderierender Größen wie Komplexität und Internationalisierung sowie weiterer Unternehmenseigenschaften wurden sowohl Nominal und Intervall- als auch Absolutskalen genutzt.
Diese Ergebnisse dienten zur Unternehmens-Clusterung und -Typenbildung und wurden ferner für die Indexberechnung von Globalisierung, Komplexität und GEXSO-Index genutzt. Die verwendeten Modelle basieren auf in der Literatur anerkannten und bereits in anderen Zusammenhängen angewandten Modellen. So wurde zum Beispiel der Globalisierungsgrad auf Basis des Modells von Christopher Bartlett und Sumantra Goshal definiert und anhand spezifischer Unternehmenseigenschaften gemessen. Zur Untersuchung der Supply Chain-Risiken enthält der Fragebogen ferner einen kurzen explorativen Abschnitt mit einer offenen Frage nach den Top 5-Risiken. Analog zum Vorgehen bei der Auswertung der Experteninterviews wurden die Antworten codiert und nach dem auch von der BVL (vgl. Pfohl et al. (2008): Konzeption des Supply Chain Risikomanagements. In: Pfohl, H.-Chr. (2008): Sicherheit und Risikomanagement in der Supply Chain. Hamburg, 2008) verwendeten Ursachen- und am SCOR-Modell orientierten Risikoschema in Versorgungs-, Prozess-, Steuerungs- und Nachfragerisiken sowie Umfeldrisiken eingeteilt. Die Risiken wurden gewichtet bewertet, d. h. die erste Nennung wurde fünffach gewichtet, die zweite vierfach usw.


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